Als Kösener Corps zählen wir zu den Korporationen, die
Bestimmungsmensuren auf blanke Waffen fechten. Wir pflegen das
traditionelle akademische Fechten, ausgetragen nach festen Regeln, die
einen fairen Ablauf garantieren. Durch eine Vielzahl von Schutz- und
Vorsichtsmaßnahmen werden folgenschwere Verletzungen vermieden. Anders als
beim Sportfechten gibt es keinen Sieger und Besiegten. Stattdessen geht es
um Bewährung vor sich selbst und seinen Corpsbrüdern. Natürlich gehört
auch eine gehörige Portion Mut dazu, sich dem Gegenpaukanten mit blanker
Waffe entgegenzustellen und die vorgeschriebene Anzahl von Gängen
durchzustehen.
Wie die Bezeichnung Bestimmungsmensur schon sagt, sehen wir in der
Mensur nicht ein Mittel zur Austragung von Ehrenhändeln, sondern sie ist
für uns ein Weg zur sportlichen Betätigung , verbunden mit einem großen
Maß an Selbsterziehung: Die Mensur fördert die eigene Standhaftigkeit und
Entschlossenheit und bereitet jeden einzelnen im übertragenen Sinne auf
Extremsituationen vor, vor die wir uns auch im täglichen Leben – natürlich
in anderer Form – gestellt sehen können. Daneben verstärken die Mensur und
die gemeinsame Vorbereitung darauf den inneren Zusammenhalt des Corps und
die Freundschaft der Corpsbrüder untereinander.
Das Fechten bildet also einen wesentlichen Bestandteil des Corpslebens
und fördert das Zusammenwachsen unserer Gemeinschaft, insbesondere
deswegen, weil von jedem ein hoher persönlicher Einsatz verlangt wird.